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Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen
Vorsorgeuntersuchungen
Um ernstzunehmende Krankheiten frühzeitig zu entdecken und entsprechend zu behandeln, stehen Patienten bestimmte Vorsorgeuntersuchungen zu, die unbedingt wahrgenommen werden sollten. Denn besonders bestimmte Krebserkrankungen rufen keine Schmerzen hervor, wodurch die Krankheit ohne regelmäßige Vorsorge so spät entdeckt wird, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist. Auch das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen, Autoimmunleiden oder Stoffwechselstörungen wie zum Beispiel Diabetes oder Schilddrüsenprobleme werden oft bei einer solchen Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Bis dahin aufgetretene Symptome wurden entweder ignoriert oder konnten nicht zugeordnet werden. Frauen achten mehr auf ihren Körper und auf ihre Gesundheit als Männer. So ist es kaum verwunderlich, dass laut Statistiken fast 70 Prozent aller Frauen die angebotenen Untersuchungen in Anspruch nehmen, aber nur ein verschwindend geringer Teil der Männer. Zum Standardprogramm sollten die nachstehenden Untersuchungen gehören:
Check-Up ab 35
Sowohl Frauen als auch Männern steht ein Check-Up beim Hausarzt zu, der in einem zweijährlichen Abstand wiederholt wird. Bei diesem Check-Up werden Blutwerte kontrolliert, Herz und Kreislauf genauer unter die Lupe genommen, die Funktionen der übrigen Organe geprüft und natürlich auch seelische Befindlichkeiten nicht außen vor gelassen. Sehr oft werden bei einer solchen routinemäßigen Untersuchung Erkrankungen wie Diabetes, Nierenleiden oder Schwachstellen des Herz-Kreislauf-Systems aufgedeckt. Je nach Diagnose kann dann eine passende und vor allem rechtzeitige Behandlung erfolgen, bevor sich Folgeerkrankungen bemerkbar machen.
Gynäkologische Untersuchung für Frauen ab 20
Frauen ab dem 20. Lebensjahr stehen regelmäßige Untersuchungen bei dem Frauenarzt oder der Frauenärztin zu, die einmal jährlich durchgeführt werden. Bei dieser Untersuchung werden Brust und innere Geschlechtsorgane nach eventuellen Unregelmäßigkeiten abgetastet und ein vaginaler Abstrich genommen. Oft gehört zu der Untersuchung auch ein Beratungsgespräch hinsichtlich der Verhütung, Kinderwunsch oder ähnlichem.
Krebsvorsorge für Frauen ab 30
Ab dem 30. Lebensjahr wird bei der gynäkologischen Untersuchung auch eine Krebsvorsorge durchgeführt. Aus Vagina und vom Muttermund werden mittels eines Abstrichs Proben genommen, die auf krebsverdächtige Zellen untersucht werden. Hierfür stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die aber nicht alle als Kassenleistung gelten. Deshalb findet vorher ein Aufklärungsgespräch durch den Frauenarzt oder die Frauenärztin statt, welches Verfahren angewandt werden soll. Außerdem werden im Rahmen der Krebsvorsorge die Brust und die Lymphdrüsen in den Achseln auf Knoten abgetastet.
Männer-TÜV ab 45
Krebserkrankungen des Darms und der Prostata werden in den meisten Fällen nur durch Routineuntersuchungen festgestellt. Rechtzeitig entdeckt, sind die Heilungschancen mittlerweile recht gut. Deshalb ist es wichtig, dass Männer ab 45 diese jährliche Untersuchung wahrnehmen und ihre Prostata, den Enddarm und die Geschlechtsorgane auf Veränderungen untersuchen lassen. Darüber hinaus wird bei dieser Untersuchung die Haut auf krebsverdächtige Veränderungen untersucht.
Darm-Früherkennung für Patienten ab 50
Alle Patienten, egal ob Mann oder Frau, die das 50. Lebensjahr erreicht haben, sollten regelmäßig ihren Darm untersuchen lassen. Der Arzt checkt den Enddarm sowie den Dickdarm und lässt sich vom Patienten eine Stuhlprobe geben, die dahingehend untersucht wird, ob Blut enthalten ist. Diese Untersuchung wird jährlich wiederholt.
Darmspiegelung ab 55
Ab dem 55. Lebensjahr gehört zur Darm-Früherkennung auch eine Darmspiegelung, bei der der Dickdarm näher beleuchtet wird. Auf diese Weise können Dickdarmkrebs oder sogar schon dessen erste Anzeichen sicher erkannt werden. Diese Untersuchung findet nicht so oft statt. In einem Zeitraum von 10 Jahren haben Patienten zwei mal Anspruch darauf. Wem diese Abstände zu kurz sind, der kann in einem zweijährlichen Abstand eine Stuhlprobe abgeben, die auf Blutspuren untersucht wird.
Hautkrebs-Vorsorge
Beim Hautarzt kann eine Untersuchung der Haut auf krebsverdächtige Veränderungen durchgeführt werden. Hautkrebs gilt als besonders heimtückisch, weshalb es überaus wichtig ist, in regelmäßigen Abständen vorhandene Leberflecken auf bösartige Wucherungen untersuchen und gegebenenfalls entfernen zu lassen. Bei der Hautkrebs-Vorsorge findet eine Untersuchung des ganzen Körpers statt. Dabei kann der Patient zwischen verschiedenen Untersuchungsmethoden wählen, von denen allerdings einige kostenpflichtig sind. Empfehlenswert ist eine Videoaufzeichnung der gesamten Haut. Wenn die Untersuchung wie empfohlen in jährlichen Abständen wiederholt wird, können auf diese Weise durch den Abgleich der Bilder Veränderungen am ehesten aufgedeckt werden. Da die Krankenkasse nur für eine herkömmliche Hautkrebs-Vorsorge aufkommt, muss der Patient hier mit einer Zuzahlung von rund 60 Euro rechnen.
Zahn-Vorsorge
Zur Gesunderhaltung der Zähne sind regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt das A und O. Zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen sollten alle 6 Monate stattfinden. Empfohlen wird die Kontrolle bereits ab einem Alter von 2 Jahren, wenn das erste Gebiss vollständig ist. Kinder werden so schon früh, spielerisch und ohne Angst, an regelmäßige Zahnarztbesuche gewöhnt.
Schwangeren-Vorsorge
Im Verlauf einer Schwangerschaft finden regelmäßige Untersuchungen beim Gynäkologen statt. Diese Untersuchungen haben zu Beginn der Schwangerschaft einen vierwöchigen Abstand, zum Ende der Schwangerschaft hin wird die Schwangere in kürzeren Abständen zur Untersuchung bestellt.
Kinder-Vorsorgeuntersuchungen
Bei der Geburt eines Kindes bekommen Eltern ein gelbes Untersuchungsheft für das Kind ausgehändigt, in dem alle Untersuchungen am Kind protokolliert werden. Nur wen diese Vorsorgetermine wahrgenommen werden, können Entwicklungsverzögerungen oder gesundheitliche Probleme rechtzeitig entdeckt und behandelt werden.
Darüber hinaus können noch weitere Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden, die aber häufig nicht zu den Kassenleistungen zählen. Der Gesundheit zuliebe sollten sinnvolle Untersuchungen dennoch in Anspruch genommen werden, denn Früherkennung ist immer noch das wirksamste Mittel im Kampf gegen schwere Erkrankungen.

